Die Frage nach der Implementierung von ERP Systemen wird mit kontroversen Ansichten beantwortet. Soll sich das ERP System an die Prozesse und Bedürfnisse des Unternehmens anpassen, oder ist es sinnvoller, die Herangehensweise der Firma an die Standard-Prozesse des ERP Systems anzugleichen? Ist die Anschaffung eines neuen Systems oder die Anpassung der bestehenden Lösung die beste Wahl? Cloud oder on Premise? Fragen über Fragen…

Anpassung von ERP Systemen und Rubicscube

Anpassungen von ERP Systemen- Individuelle Gestaltung damit Bedürfnisse gedeckt werden

ERP – Enterprise Ressource Planning ist seit nun fast 30 Jahren ein prominentes Thema das die unterschiedlichsten Meinungen hervorruft. Ob es nun an die Art und Weise der Implementierung oder Personalisierung geht – die Expertenmeinungen gehen stark auseinander.

Damit eine ERP Lösung die Bedürfnisse des Unternehmens befriedigen kann, sind Personalisierungen und Anpassungen notwendig, auch wenn das Wort „Veränderungen“ negativ behaftet ist.

„Ein ERP-System ist wie ein Haustier, es benötigt Pflege und Training und man kann sich ein Leben ohne ERP nicht vorstellen.“
-Helmut Friesl, CEO CBG Informatik

Anpassung bestehender Systeme oder Anschaffung einer neuen Lösung?

Ob das bestehende System angepasst oder eine neue Lösung angeschafft werden soll, ist ein häufig diskutiertes Thema.

Eine Anpassung der vorhandenen ERP Software ist vor allem bei veränderungsscheuen Mitarbeitern die bevorzugte Herangehensweise, da der Zeitaufwand für das Erlernen der Änderungen wesentlich geringer ist und etablierte Prozesse und Arbeitsweisen nicht geändert werden müssen. Best Practices und Fähigkeiten, die sich durch eine langfristige Nutzung eines Systems ergeben, sind ein Argument für die Beibehaltung und Abänderung der ERP Lösung. Entscheidungsträger tendieren oftmals zur Modifizierung bestehender ERP Software, da davon ausgegangen wird, dass spezifische Anforderungen über diesen Weg befriedigt werden und somit exakt das gewünschte System erstellt wird. Lösungen „von der Stange“ haben noch immer den Ruf, zu generell und zu wenig speziell zu sein, um komplexe unternehmensspezifische Prozesse optimal zu unterstützen. Anpassungen des ERP Systems sind durch ihre wiederkehrende Natur kostspielig und können durch multiples Eingreifen in den Code der Software zu Komplikationen und Fehlern führen.

Die Anschaffung einer neuen ERP Software hat den Vorteil, dass während einer Anforderungsanalyse, die Geschäftsprozesse neu evaluiert und bewertet werden. Da Prozesse im Fall einer Neubeschaffung umgestellt und an das System angepasst werden, wird die Produktivität gesteigert. Auch wenn Anschaffungskosten auf den ersten Blick als hoch angesehen werden, sind diese langfristig jedoch geringer als regelmäßige Modifizierungen der Software. Branchenspezifische Systeme gehen auf die geteilten Bedürfnisse innerhalb einer Branche ein und bieten zusätzlich Flexibilität für die Anpassung spezifischer Funktionalitäten.

Mögliche Arten der Anpassung von ERP Systemen:

Wenn es um Anpassung von ERP Systemen geht, gibt es mehrere Möglichkeiten, prinzipiell kann man aber zwischen drei Optionen wählen.

  • 1. Customizing:
  • Bei dieser Methode der Anpassung, wird die Standard ERP Software mit Parametereinstellungen angepasst. Dies wird als der sicherste und leichteste Weg beschrieben, wobei nur Anpassungen vorgenommen werden können, die von der Software angeboten werden. Komplexität und Sicherheit sind stark von der Software abhängig.

  • 2. Modifikation:
  • Hierbei wird der Code der ERP Standard Software bearbeitet, was allerdings riskanter und teurer ist. Durch Änderungen im Code, können neue Funktionen und Schnittstellen eingefügt werden, wobei diese bei Software Updates eventuell erneut programmiert werden müssen. Aus diesem Grund, verzichten viele Unternehmen auf Updates und arbeiten mit veralteten Systemen.

  • 3. Branchenspezifische Software Pakete:
  • Software Pakete, sind die dritte Form, mit welcher ERP Systeme angepasst werden können. Software, welche auf die Grundbedürfnisse einer Branche ausgerichtet ist, kann durch Add-ons erweitert und angepasst werden. Oftmals werden hier zusätzlich Best-Practices vom Hersteller mitgegeben wodurch Prozessoptimierung noch einfacher stattfinden kann.

Modulare ERP Systeme:

ERP Systeme, welche nach dem Schema der Modularität aufgebaut sind, werden bei Unternehmen aller Größenordnungen immer beliebter.
Tom Miller erklärt in seinem Blog “Modular ERP: advantages and disadvantages“, dass nur 20% der Funktionen eines ERP Systems für 80% der Wertschöpfung für das Unternehmen verantwortlich sind. Firmen, welche spezielle Anforderungen wie zum Beispiel branchenübergreifende Marktangebote haben, können sich ausschließlich diejenigen Module anschaffen, welche benötigt werden, wodurch überflüssige Ausgaben vermieden werden. Einzelne Module können zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt werden, wodurch Wachstum optimal unterstützt wird und Anschaffungskosten auf längere Zeiträume aufgeteilt werden können. Als Nachteile der Modularen ERP Lösungen sind mögliche Unterschiede in den Benutzeroberflächen und eventuelle redundante Daten zu nennen.

Cloudbasierte oder On-Premise ERP Systeme?

In den letzten Jahren haben Cloudlösungen immer mehr an Beliebtheit gewonnen. Die Implementierung dieser Systeme geht im Normalfall schneller als bei On-Premise Lösungen, da weniger Anpassungen gemacht werden. Customizing sind prinzipiell einfach, allerdings teilweise eingeschränkt. Als großen Vorteil von cloudbasierten Lösungen ist der einfache Zugang zu Systemen zu nennen, welche auch auf mobilen Geräten erreicht wird. Durch diese Barrierefreiheit ergeben sich allerdings Fragen bezüglich Sicherheit, welche in den Händen des Herstellers liegt. Kosten für cloudbasierte Systeme werden häufig monatlich abgerechnet, was daran liegt, dass keine Hardware erstanden werden muss, wodurch sich geringere Erstanschaffungskosten ergeben.

Die Funktionalitäten von cloudbasierten oder On-Premise Lösungen unterscheiden sich typischerweise nicht. Es lässt sich generell sagen, dass On-Premise Lösungen modifizieren sind und sich damit besser an die individuellen Bedürfnisse des Unternehmens anpassen lassen, was vor allem in Nischen wichtig ist. On-Premise Software beinhaltet üblicherweise Anschaffungskosten für Hardware, welche vor Benutzung verrichtet werden müssen. Aus diesem Grund, profitieren vor allem große Unternehmen mit höherem Spielraum im Budget von On-Premise. Durch intensive Anpassungen dauert die Implementation länger, und muss bei Updates eventuell wiederholt werden (siehe oben). Die Verantwortung über Daten- und Systemsicherheit liegt beim Unternehmen selbst1

Umstieg auf ein neues System:

Wenn die Entscheidung zur Anschaffung eines neuen ERP Systems gefällt wurde, müssen sich Unternehmen einige Fragen stellen um die ideale Auswahl und reibungslose Implementierung zu gewährleisten. Der erste Schritt besteht in einer Anforderungsanalyse, bei welcher die bestehenden Industriepraktiken evaluiert werden, und solche identifiziert werden, bei welchen keine Änderungen in den Prozessen möglich sind. Ein unabhängiger Berater, welcher sich in der Branche wie auch mit den unterschiedlichen Lösungen auskennt ist oftmals eine wertvolle Hilfe. Dieser hat nämlich die Möglichkeit das Unternehmen und dessen Anforderungen ohne Beeinflussung zu evaluieren wodurch die ideale Lösung gefunden werden kann2

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By |2019-05-23T12:47:52+00:00May 16th, 2019|0 Comments

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